9 - Die weinpressen der herzöge von Burgund
Im Mittelalter bewirtschafteten die Herzöge von Burgund ihre Weinberge, die sich über etwa fünfzig Hektar erstreckten. Die renommierten Weine von Chenôve wurden von zahlreichen europäischen Fürsten verkostet.
Die ersten Weinpressen wurden im 13. Jahrhundert von Alix de Vergy, der Witwe des Herzogs Eudes III., für ihren Sohn Hugues IV. gebaut. Das Haus der Treulx (Weinpressen) befand sich in der Rue Basse (Rue Salengro) in der Nähe der Weinberge Clos Dessus, Clos du Moitant und Clos Dessous.
Der Abriss dieses ersten Gebäudes wurde von Philipp dem Kühnen angeordnet. Das heutige Gebäude wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts (1400-1404) errichtet. In der Mitte der Halle befinden sich zwei Pressen mit 8 bis 9 Meter langen Hebeln, mit denen Druck auf die Trauben ausgeübt wird, um den Saft zu extrahieren. Vier Personen bedienen eine große Holzschraube, an der die „Margot” aufgehängt ist. Dabei handelt es sich um einen großen Steinzylinder mit einem Gewicht von über 5 Tonnen, der als Gegengewicht dient und einen konstanten Druck auf die Trauben ausübt. Der Name „Margot” leitet sich angeblich von Marguerite de Bourgogne ab, der Ehefrau von Louis X. dem Streitsüchtigen, die sich, wie man sagt, „in der Gesellschaft der Winzer wohlfühlte!”.
Nach dem Tod des Herzogs von Burgund, Karl dem Kühnen, nahm der französische König Ludwig XI. 1477 die Keltereien in den königlichen Besitz auf. Sie blieben bis 1567 im Besitz der französischen Könige. Danach wurden sie von Privatpersonen und Händlern betrieben. Sie waren bis 1927 in Betrieb.
1987 ließ die Gemeinde eine der beiden Keltereien restaurieren, die bis 2019 jedes Jahr für das Kelterfest genutzt wurde.
Diese beiden prächtigen Keltereien stehen unter Denkmalschutz und sind Teil des Kulturerbes von Chenôve.
An der Fassade zur Straße hin, rund um die Tür, durch die die mit Trauben beladenen Karren fahren konnten, trägt der Stein des Türrahmens die Markierung des Steinmetzes, die Markierung des Werkmanns.